Urlaub ohne Internet & Smartphone – ein Traum!

Zum wiederholten Mal habe ich es getan: Ich war zwei Wochen mit der Familie im Urlaub – und zwar ohne Smartphone, ohne Tablet, ohne Notebook, ohne Fernseher. Offline! So ganz. 14 Tage lang. Und das war auch gut so. Urlaub eben.

Also zumindest so, wie ich es wirklich als Urlaub wahrnehme. Und meiner Meinung nach auch die einzige Möglichkeit, in unserer heutigen Zeit wenigstens einmal im Jahr ganz abzuschalten.

TL;DR: Smartphone zu Hause lassen -> Urlaub wieder zur Zeit des Ausruhens machen!

Warum?

Warum so radikal? Zumindest das Handy hätte ich ja mitnehmen und einfach nicht auf die Mails gucken können, oder? Zwei für mich wichtige Gründe, warum Urlaub komplett ohne die Mitnahme dieser Geräte viel mehr Sinn macht:

  1. Ich bin es meinen Kindern schuldig! Zitat meines Sohnes: “Ihr seid ganz schön viel am Handy”. Shit, und dabei sind wir das eigentlich gar nicht. Zumindest glauben wir das so, aber die Wahrnehmung des Nachwuchses ist da eben manchmal anders. Tatsache ist aber, dass die Smartphones Ablenkung schaffen ohne Ende. Ich sehe kaum mehr einen Kinderspielplatz, bei welchem die Eltern nicht aufs-Handy-guckend ihre Kinder quasi vollkommen ignorieren. Mich regt das auf! Aber mal an die eigene Nase gepackt: Wehe es klingelt dann bei mir… Und selbst wenn nicht, die sozialen Medien und ihre Apps haben eine so große Anziehung. Oh man.
  2. Ich bin es mir selbst schuldig! Abschalten aus dem Alltag. Dafür ist der Urlaub schließlich da. Urlaub ist eben nicht nur der Ort, an dem man verweilt (wir waren an zwei an sich unspannenden Orten in good old Germany), sondern der Unterschied zum Alltag.
Der Knackpunkt in beiden Fällen ist folgender: Das Smartphone dabei zu haben und “einfach nicht draufgucken” funktioniert nicht. Es klappt einfach nicht. Zumindest bei mir. Und, Hand aufs Herz, bei euch genau so wenig, stimmt’s? Spätestens auf dem stillen Örtchen werden dann doch wieder die News gelesen oder die Social Media Gruppen mit Infos versorgt.

Neben den technischen Geräten habe ich dieses Mal übrigens auch sonst fast alle Nebenhobbys zu Hause gelassen. Sonst hatte ich immer noch eine E-Gitarre/-Bass oder Zeitschrift dabei. Oder zumindest ein bisschen Foto-Equipment für spontane Sessions. Nix. Alles dahoam gelassen. Der Versuch zur Langeweile, die ich sonst eher nicht habe. Und by the way, ich bin nicht der Einzige, der auf solche Ideen kommt.

Stattdessen …

… oder: Was ich in der freien Zeit so gemacht habe? (Einschub: Also zwischen 20:30 und 22:30 Uhr, wenn die Kids endlich alle schliefen und die Küche grob aufgeräumt war.)

Die Antwort: Erst mal nichts! Sitzen. In den Himmel gucken. An Nichts denken. Bin ja ein Mann und kann das! Die Ruhe zulassen und genießen. Gar nicht so einfach. Da muss man sich erst mal dran gewöhnen. Meine Frau war zum Glück am Lesen und hat mich daher nicht so abgelenkt. Haha. :D An ein paar Abenden bin ich ein paar Meter den Berg hinaufgestiegen und habe die Aussicht während des Sonnenuntergangs genossen. Herrlich. Ganz ohne Handy kam ich mir schon fast wie ein Abenteurer vor, schließlich hätte ich im Notfall niemanden benachrichtigen können.

Ein Buch hatte ich dann aber doch dabei: Die Volxbibel. Fettes Buch ey. Für alle, die schon immer mal in der Bibel etwas lesen aber jetzt kein Studium daraus machen wollten. Wahnsinn, wie man die Kernaussagen einfach so versteht. Wie Gott durch sein Wort redet. Coole Sache. Berührt mich teilweise mehr als das Lesen der klassischen Übersetzungen wie HfA, NGÜ, NL usw. Für im Urlaub genau passend. Studieren kann ich zu Hause wieder. Da würde ich dann auch nicht mehr den Kuli zum Reinschreiben verwenden. ;) Danke dir, Martin, für diese geniale Initiative.

Was vermisst?

Das Smartphone? Die sozialen Netzwerke? Die Nachrichten?

Wieder: Nein! Und das überrascht mich schon fast selbst. Ich vermisse es nicht. Im Gegenteil: Es beruhigt, nicht ständig aufs Handy gucken zu müssen. Wahnsinn, welche Anziehungskraft das Smartphone doch hat, wenn die Relevanz dann eigentlich nicht vorhanden ist. Welche Routine sich in den Alltag einschleicht. Komisch. Als “Sucht” kann man es somit wohl nicht bezeichnen, dann müsste ich ja Entzugserscheinungen haben. Hatte ich aber nicht. Gut so. ;)

(Kleiner Einschub: Wir hätten ein paar Staus auf den Autobahnen besser umfahren können, wäre Google Maps verfügbar gewesen. Wenn man die Internet-basierten Navis einmal gewöhnt ist wirkt selbst TMCpro doch ultra altbacken.)

Wirklich ganz ohne Technik?

Naja, fast. Ein Nokia 6310i (!!!) für Notfälle. Handynummer nur ein paar Leuten bekannt. Und etwas Musik musste auch noch sein. Der alte iPod meiner Frau, per Kabel (!) an den Bluetooth Lautsprecher angeschlossen, lieferte gute Dienste. Hihi. Habe vor allem das Album “Beautiful Offerings” von Big Daddy Weave gehört. Sehr empfehlenswert. Rockig ruhig um die Abende ausklingen zu lassen ohne die Kinder zu wecken.

Die Familientechnik wie Babyphone oder Handstaubsauger habe ich nicht mitgezählt. Ja, wir reisen nicht mehr ohne unseren Dyson. Er vereinfacht das Aufräumen einfach immens.

Zurück im Alltag

Zugegeben, auf Twitter und die Wettervorhersage habe ich mich schon gefreut. Auf E-Mails nicht unbedingt, viele To-Dos halt. Eher auf die Stats und Kommentare in meinem Blog.

Vielmehr haben wir entschieden, einen handyfreien Sonntag einzuführen. Den Tag wieder zu dem machen, was er mal war: Ein Ruhetag. Ohne die ganze unnötige Ablenkung. Ich freue mich schon drauf, obgleich es natürlich erst einmal gewöhnungsbedürftig sein wird.

By the way: Der ultimative Beweis, dass man wirklich im Urlaub war, ist, wenn man an Tag 1 auf der Arbeit sein Windows-Kennwort nicht mehr weiß. ;)

Fazit

Ab jetzt fahren wir nie wieder mit dem ganzen Krempel in den Urlaub. Zu positiv war die Erfahrung, mal wieder etwas Ruhe zu haben. Ich kann es wärmstens empfehlen!

Und ihr?

Featured image “Fischbeker Heide Sonnenuntergang” by Marnie Pix is licensed under CC BY-ND 2.0.

4 thoughts on “Urlaub ohne Internet & Smartphone – ein Traum!

  1. Super Idee und respekt, dass du es durchgezogen hast.

    Da fällt mir dieses Buch ein:
    Eine Million Minuten: Wie ich meiner Tochter einen Wunsch erfüllte und wir das Glück fanden von Wolf Küper

    Ein Familienvater, der sich eine ziemlich lange Auszeit mit Familie gegönnt hat.
    Ein Satz, den er mal in einem Interview von sich gab: “Kinder stellen ja oft die intelligentesten fragen. Einestages wollte meine Tochter wissen “Wieso muss ICH mich eigentlich beeilen, wenn IHR so wenig Zeit habt?” Da wusste ich, ich muss etwas ändern. Ein anderes mal bat mich meine Tochter 1 Mio Minuten bei ihr zu bleiben – so kam es zu dieser Reise und dem Buch.”

  2. HaHaHa.. fully agree mit allem.. :-/

    Danke für den Input! Bleibt eine Frage: wie hast Du die Fotos gemacht..? ;-)

  3. Digitales Fasten als bewusste Reflektion des eigenen Onlineverhaltens, exklusive Zeit für Partner und Kinder oder einfach mal nicht erreichbar sein. Eine Auszeit vom “immer verfügbar sein” ist jedem zu empfehlen. Wir sind kaum noch “hier” und “jetzt”, da die Gedanken stehts Kilometer weit weg unsere Aufmerksamkeit binden. Wer es testet wird schnell merken, was gemeint ist. Da setze ich klar mein “like” darunter ;-)

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